Wer hat den USB-Stick erfunden? - Vom Konzept zum fertigen Produkt.

14/10/2019

Seit vielen Jahren stellen gerade USB-Sticks praktische und sichere Lösungen für die Datenarchivierung und -übertragung dar. Häufig verbinden sie reine Gebrauchsfunktionen mit ausgefallenem Design, das charakteristisch für meisten IT-Geräte geworden ist, besonders diejenigen, die sich in unmittelbarer Umgebung des Menschen befinden.

Man kann ruhig sagen, dass Steve Jobs einer der Wegbereiter der Ästhetik und Ergonomie von Computergeräten war. Der unter seiner Aufsicht entworfene iMac G3, der seine Premiere am 15. August 1998 hatte, wurde zum Durchbruch und gleichzeitig zur Ikone des modernen Computerdesigns. Der Verkaufserfolg war so spektakulär, dass die Fabrik mit seiner Produktion nicht nachkommen konnte. Noch im Jahr 1998 war Jobs' Produktphilosophie einfach – der iMac benötigt keine Buchsen, Stecker usw., weil er erstens alles hat, was er braucht, und zweitens: Ein Kunstwerk mit all diesen Kabeln außenherum – das passt einfach nicht zusammen. Diejenigen, die die Geschichte von Apple kennen, wissen, was danach passiert ist… Wenn wir die Entstehung des externen USB-Speichers betrachten, bemerken wir Analogien, aber nur bis zu einem gewissen Grad. Im Falle von USB standen zunächst technische Fragen im Vordergrund und erst danach wurde das Design miteinbezogen (natürlich hat im Fall von Jobs das Design häufig die technischen Lösungen determiniert). Sehen wir also, wie der USB-Stick entstand.

Kompuer iMac G3 z 1998 roku

Erfindergeist – von der „EEPROM“ zum „Flash-Speicher“

Der Erfinder des USB-Sticks ist der Japaner Dr Fujio Masuoka, der 1971 bei Toshiba anheuerte. Dr. Masuoka begann dort am Konzept eines neuen Massenspeichers zu arbeiten. Er konzentrierte sich auf die Entwicklung einer Technologie, die die Aufbewahrung der gespeicherten Informationen auch ohne Stromversorgung erlaubte. Es ist erwähnenswert, dass dies zu dieser Zeit eine große technische Herausforderung darstellte. Das sagte Masuoka über sein Unterfangen: „Einfach gesagt, ich wollte einen Chip entwickeln, der eines Tages alle anderen auf dem Markt befindlichen Speichertechnologien ersetzen wird“.

Um so einen gewagten Plan durchzuführen, warb er für sein Labor vier weitere talentierte Ingenieure an. Infolgedessen reichte er 1981 die EEPROM (ang. electrically erasable programmable read-only memory) betreffende Patentdokumente ein. Sein Mitarbeiter, Shoji Ariizumi, vereinfachte den Namen der Erfindung, indem er sie als „Flash-Speicher“ bezeichnete, weil ihn die Fähigkeit der Transistoren, Daten in Sekundenbruchteilen zu löschen, eben an ein Blitzlicht erinnerte.

Zwischen Toshiba und Masuoka entwickelte sich über Jahre hinweg ein Spannungsverhältnis, weil Toshiba sich immer noch hauptsächlich auf DRAM-Speicher (dynamic random-access memory) anstatt auf die Arbeit von Masuoka konzentrierte. Intel nutzte dies geschickt aus und übernahm das Steuer über den Flash-Speicher-Markt. Derzeit ist dieser Markt viele Milliarden US-Dollar wert, mitsamt der Industrie und den integrierten Schaltungen, die in nahezu allem vorhanden sind, von USB-Flash-Laufwerken bis hin zu Computern, Autos und Smartphones. Masuoka verließ Toshiba 1994 und kehrte an die Universität Tōhoku in Sendai in Japan zurück, um Professor für Gerätetechnologie zu werden.

Ajay Bhatt ist hingegen ein Computerarchitekt von Intel, dem 1994 die Entwicklung der Standard-USB-Schnittstelle (Universal Serial Bus) zugeschrieben wurde. Zu Beginn der 1990er Jahre mussten Benutzer unzählige Stecker und Anschlüsse für Geräte wie parallele und serielle Ports, Erweiterungskarten und viele weitere verwenden. Bhatt und sein Team kamen zu dem Schluss, dass es es eine einfachere Möglichkeit gibt, Peripheriegeräte zu verwenden (Geräte, die an einen Computer angeschlossen werden, um seine Benutzerfreundlichkeit und Leistung zu verbessern, wie z. B. eine Maus oder eine Tastatur). Diese Idee half bei der Entwicklung einer einheitlichen Schnittstelle – USB.

Obwohl diese beiden Technologie-Wegbereiter nicht direkt den ersten Prototyp des Flash-Laufwerks geschaffen haben, ist ihr Werk jedoch unbestritten. Schließlich ist der Flash-Speicher das wichtigste Element im Gehäuse eines Massenspeichergeräts.

Die Entwicklung und Patentierung des ersten Flash-Laufwerks wird dagegen Dov Moran und seiner Firma M-Systems zugeschrieben, die 1989 gegründet wurde. Er schuf den DiskOnKey und war stolz auf sein Aussehen sowie seine Eigenschaften, die wir mit heutigen USB-Sticks (USB-Speicher) in einem Kunststoffgehäuse, mit LED-Anzeige, Schlüsselschlaufe und USB-Anschluss aus Metall assoziieren – diese werden oft als gravierte Werbe-USB-Sticks verwendet.

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